TOO SMALL TO FAIL

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Klimainfrastruktur für öffentliche Räume

Unsere Städte stehen unter erhöhtem Druck: Klimatische Extreme nehmen zu, während Unsicherheit, soziale Fragmentierung und Ungleichheiten wachsen. Hitzeperioden, Kältephasen, versiegelte Stadträume und Konsumzwang treffen vor allem jene, die sich nicht zurückziehen können: Menschen, die im öffentlichen Raum arbeiten, warten, wohnen oder sich aufhalten müssen.

Gleichzeitig verlieren viele öffentliche Räume ihre soziale Qualität. Orte des Austauschs, des Verweilens und der Begegnung verschwinden oder werden funktional überformt.

Das Entwerfen versteht Architektur nicht als Objekt, sondern als klimatische und soziale Infrastruktur. Kleine Interventionen können große Wirkung entfalten. Nicht das ikonische Gebäude steht im Mittelpunkt, sondern kleinmaßstäbliche, präzise gesetzte Räume, die Schutz bieten, Komfort ermöglichen, Begegnung fördern und demokratische Teilhabe räumlich unterstützen.

Diese Mikro-Orte sind zu wichtig, um zu scheitern – weil sie genau dort ansetzen, wo Alltag stattfindet.

Das E2 greift die Idee des Democratic Design auf und versteht Architektur nicht nur als das Schaffen von Raum, sondern als das Gestalten von Beziehungen. Räume strukturieren, wie Menschen sich begegnen, verweilen, miteinander in Kontakt treten oder sich zurückziehen können.

In diesem Sinne sucht der Entwurf nach räumlichen Situationen, die jene Bedürfnisse sichtbar machen, die im Stadtraum oft übersehen werden: das Aushalten von Hitze, das Ertragen von Kälte, das Bedürfnis nach Schatten, Schutz vor Wind und Regen sowie nach einem Ort zum Sitzen, Warten, Ausruhen, Begegnen oder einfach nur Dasein – ohne konsumieren zu müssen, ohne verdrängt zu werden, ohne eine Funktion erfüllen zu müssen.

Es geht um das Recht auf Aufenthalt, um körperlichen Komfort ebenso wie um soziale Sicherheit, um Rückzug und Begegnung zugleich.

Diese Orte sollen Austausch und Dialog ermöglichen, Koexistenz fördern und als kollektive Ressource funktionieren. Demokratie wird hier nicht politisch verhandelt, sondern räumlich erfahrbar gemacht.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick zunächst auf Orte gegen Hitze. Extreme Hitze entwickelt sich zunehmend zu einer der drängendsten urbanen Herausforderungen. Der Entwurf untersucht daher, wie sich mit einfachen, passiven Strategien klimatischer Komfort im öffentlichen Raum erzeugen lässt: durch Verschattung, gezielte Luftbewegung, die Nutzung von Bodenfeuchte, thermische Masse sowie durch Prinzipien traditioneller klimaangepasster Bauweisen wie Windtürme, Innenhöfe oder den Kamineffekt.

Architektur wird dabei zu einer klimatischen Maschine, die low-tech und ohne zusätzlichen Energieaufwand funktioniert. Es entstehen kleine Gebäude, die als klimatische Rückzugsorte im Stadtraum wirken und Aufenthaltsqualität selbst unter extremen Bedingungen ermöglichen.

Gleichzeitig sind Orte gegen Kälte von ebenso großer Bedeutung. Auch in kalten Perioden braucht es Räume, die Schutz bieten und den Aufenthalt im Freien ermöglichen. Windschutz, gezielte Sonneneinstrahlung, Wärmespeicherung, gemeinschaftliche Nähe und geschützte Mikroklimata tragen dazu bei, dass öffentliche Räume über das ganze Jahr hinweg nutzbar bleiben.

Diese Orte verlängern die zeitliche Dimension des öffentlichen Lebens und schaffen Bedingungen, unter denen Begegnung nicht an klimatischen Grenzen scheitert.

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