The Sound of Innsbruck-Aliens. Eine Stadtraumrecherche im Podcast-Format
Kurzbeschreibung: Wir gestalten Podcasts mit und über Menschen, die in Innsbruck fremd sind oder sich aus unterschiedlichen Gründen fremd fühlen und fragen darin, was Menschen trotz all ihrer ökonomischen und kulturellen Unterschiede und ihrer möglichen Marginalisierungserfahren und ihrer verschiedenen Identitäten gemeinsam haben können, vor allem aber, was sie gemeinsam schaffen bzw. machen können. Es geht um Menschen, die fremd sind, die zu Aliens gemacht werden und am Ende auch um uns selbst, um aliens like us. Alle sind anders, aber was könnte dennoch Togetherness ermöglichen? Welche Communities of Aliens sind in Innsbruck vorhanden bzw. vorstellbar? Wie lässt sich eine solche Demokratisierung der Demokratie in konkreten Stadträumen vorantreiben?
Vorgangweise:
Intro: Diskussion des Bezugrahmens (24. 3.), Vergabe der Recherche-Projekte
Das Seminar stellt in einem ersten Schritt zentrale Begriffe und Problemstellungen der Vorlesung Community of Aliens vor, die als Orientierung für eine urbanistische Recherche in Innsbruck dienen sollen. Gesucht sind im Anschluss daran Möglichkeiten von Begegnungen und einer immer neu zu verhandelnden Togetherness diverser gesellschaftlicher Aliens, die urban spaces, mentale Räume, digitale environments oder auch niederschwellige Orte der Versammlung wie Parties, Sportanlagen, Spielplätze, Altersheime oder Drogenumschlagplätze teilen und einander am Ende vielleicht weniger fremd sein könnten, als es zunächst den Anschein haben mag.
Dabei leiten uns (neben Erkundungen der konkreten Lebensformen von Personen) folgende Fragen:
Wie stellen sich die intersektionalen Fremdheits- und die Entfremdungserfahrungen von Innsbrucker:innen dar?
Was spaltet den möglichen Zusammenhalt und warum?
Wie fühlen sich unsere Interviewparter:innen und wie lässt sich ihre soziale Lage beschreiben?
Welche Konflikte resultieren aus realen Ungleichheiten, die nicht als Anerkennung von Differenz, sondern als Ungerechtigkeit beschrieben und erlebt werden?
Wie könnte Freiheit der Einzelnen jenseits von Marktentfesselung und Entsicherung des Sozialen verstanden werden?
Wie verhalten sich die identitätspolitischen Zugehörigkeiten zu den Interessen der Subjekte?
Wie kommt es zu der Vorstellung von dominanten Mehrheiten und zur Konstruktion von diskriminierten Minderheiten?
Welche unterdrückten Mehrheiten und welche oligarchischen Minderheiten sind umgekehrt denkbar?
In welche Machtverhältnisse sind diese real wirksamen Zuschreibungen verstrickt?
Wie lässt sich das eben auch wahrnehmungsschärfende und kulturell produktive Potential von Alienness, von Störungen des Identitätsterrors und fremd funkelnden Glitches fassen?
Und schließlich: Wie ließe sich angesichts der Tendenzen zu autoritären Ordnungen „im Großen“ eine kollektive Widerständigkeit „im Kleinen“ kartographieren?
Schritt 2: Selbstständige Interview-Recherche vor Ort an konkreten Orten und in sozialen Milieus in Innsbruck mit Audioaufzeichnungs-Devices
Schritt 3: Präsentation und Diskussion erster Zwischenergebnisse (Block 2 und 3 am 20. und 21. 4.)
Schritt 4: Finalisierung der Podcasts nach der Erörterung der Zwischenergebnisse
Schritt 5: Präsentation der fertiggestellten Podcasts (Block 4 und 5 am 15. und 16. 6.)
Am Ende dieser mit Interviews und Hintergrundrecherchen angereicherten und gern auch mit anderen Sounds gestalteten Stadtteilerforschung sollen Podcasts zu, mit und über Innsbrucker Aliens und ihre möglichen oder schon real existierenden Communities entstehen. Wie klingt die spekulativ-utopische Vergemeinschaftung des Anders-Seins in Räumen, die eventuell noch gar nicht gebaut sind und erst geschaffen werden müssen?
Termine:
Block 1 (24. 3. 26., 12.30 – 15.30): Einführung in die Seminaridee, Vorstellung und Besprechung möglicher Stadtteilrecherchen
Block 2 (20. 4. 26., 12.30 – 15.30): Besprechung der ersten Zwischenergebnisse, Teil 1
Block 3 (21. 4. 26, 12.30 – 15.30): Besprechung der ersten Zwischenergebnisse, Teil 2
Block 4 (15. 6. 26., 12.30 – 15.30): Präsentation und Besprechung der Endergebnisse, Teil 1
Block 5 (16. 6. 26., 12.30 – 15.30): Präsentation und Besprechung der Endergebnisse, Teil 2


