SHE'S

SPECULATIVE HETERARCHITECTING IN THE SYMBIOCENE

Gülsüm Coban

2025

Supervisors: Kathrin Aste, Walter Prenner

SHE`S SPECULATIVE HETERARCHITECTING IN THE SYMBIOCENE – kritisiert die anthropo­zentrische Architektur im städtischen Raum, in der der Mensch als alleiniger Maßstab gilt, obwohl auch andere Spezies zu den Stadtbewoh­nerinnen zählen. Mit dem Konzept des Symbio­zäns, einer neuen spekulativen Ära, schlägt SHE‘S eine urbane feministische Haustypologie vor, die das (Über-)Leben von menschlichen und nicht-menschlichen Spezies gleichermaßen be­rücksichtigt. Diese Ära stellt Möglichkeiten einer symbiotischen, heterarchischen Archi­tektur in den Mittelpunkt, die Raum für „Mehr-als-Menschliche, Anders-als-Menschliche, Un­menschliche und Menschen-als-Humus“ (Haraway, 2016) schafft.

Inspiriert von den feministischen Theorien der Biologin Lynn Margulis, der Naturwissenschafts­historikerin Donna Haraway und der Architektin Lina Bo Bardi setzt SHE‘S Heterarchie als zen­trales Prinzip um. Margulis‘ Holobionten-Theo­rie betont symbiotische Beziehungen zwischen Le­bensformen (Margulis, 1998). Haraway fordert, mit diesen Verflechtungen „unruhig zu bleiben“ , und Bo Bardi nutzte Architektur als Werkzeug für soziale und politische Transformationen (Bo Bardi, 2013). Diese Konzepte bilden die Grund­lage der hierarchiefreien Architektur von SHE‘S.

Unterstützt durch Künstliche Intelligenz als krea­tive Partnerin gestaltet der Entwurfsprozess ein in­tegratives Ökosystem, das die Koexistenz von Natur, Tier, Technologie und Mensch in den urbanen Raum in­tegriert und als Modell für zukünftige Architektur dient. SHE‘S zeigt, wie Wohnraum zu einem geteil­ten Ort wird, der für alle Spezies zugänglich ist.

SHE‘S strebt eine neue Form des Zusammenlebens an, die als „Intimität mit dem Fremden“ (Margu­lis, 1998) verstanden wird und „Intimität als ak­tiven Widerstand“ (Bo Bardi, 2013) sucht. Diese Offenheit gegenüber dem Fremden schafft eine symbiotische Gemeinschaft, die auf dem Kon­zept des „Mit-Werdens“ (Haraway, 2016) basiert.

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