KE1/3/4 SOSE 2025
In unserem Kurzentwerfenseminar arbeiten wir mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien surrealistischer Künstler:innen, die in der Ausstellung aber hier leben? Nein danke. Surrealismus + Antifaschismus aktuell im Lenbachhaus München zu sehen sind. Der Surrealismus war eine politisierte Bewegung, die ihren Ursprung in Kunst und Literatur hatte, ihre Grenzen jedoch weit überschritt. Schon seit ihrem Zusammenschluss in den 1920er Jahren prangerten Surrealist:innen die europäische Kolonialpolitik an, später organisierten sie sich gegen Faschisten, kämpften im Spanischen Bürgerkrieg, riefen Wehrmachtssoldaten zur Sabotage auf, wurden interniert und verfolgt, flohen aus Europa oder fielen im Krieg.
Untersucht werden die Bildkompositionen, Figurationen und Farben ausgewählter Werke, welche folgend in dreidimensionale Skulpturen übersetzt werden. In verschiedenen Schritten werden die Elemente, die in den Gemälden und Fotografien gefunden werden seziert, und ihre Silhouetten, Formen, Figuren, Farben und Atmosphären in räumliche Konstrukte übertragen.
In den Bildern werden Raumgefüge, Farben, Umrisse, Vorder- und Hintergründe sowie das Verhältnis von Objekt und Grund – alles Begriffe entdeckt, die als Architekt:innen in unserer Arbeit beim Entwerfen oder Verstehen von Architektur ebenfalls Verwendung finden.
Diese untersuchten und herausgelösten Objekte und Figuren dienen als Rohmaterial. Die gefundenen Elemente werden vervielfältigt, skaliert und euch angeeignet, um neue Interpretationen der Ausgangsbilder zu schaffen.
Um die Skulpturen zu entwickeln, wechseln wir zwischen digitalen und analogen Werkzeugen hin und her. In mehreren Schritten werden Modellvarianten und Serien räumlicher Skulpturen entwickelt. Gearbeitet wird in Rhino3D und in verschiedenen Modellbaumaßstäben mit unterschiedlichen Materialien (Sperrholz, Finnpape, Bristolkarton etc). Im letzten Schritt wird das Arbeitsmodell digitalisiert um den Entwurf als Raumskulptur im Maßstab 1:2 aus Karton zu bauen.
Jedes Team arbeitet an einer Raumskulptur, die in eine Boundingbox von ungefähr 50 cm × 50 cm × 80 cm (Höhe) passen soll und das Wesen sowie den Charakter des Bildes einfängt. Ein Protestzug vielfältiger Skulpturen wird am Ende des Kurzentwerfens in einer gemeinsamen Gesamtausstellung präsentiert.
./studio3: Lino Lanzmaier, Dominic Schwab, Christoph Schwarz, Jan Claßen

