Das ./studio3 wurde vom Verein Österreichischer Orden beauftragt, eine Studie zum Ursulinen-Areal von Josef Lackner zu erstellen. Dieses Ensemble, bestehend aus Schule, Internat und Kloster, wurde in den 1970er-Jahren errichtet und steht unter Denkmalschutz. In diesem Zusammenhang widmete sich das Institut ab dem Wintersemester 2023 mit einem Seminar und mehreren Entwurfs-Studios dem Thema, wie dieses ikonische Beispiel der Nachkriegsmoderne als lebendiger Ort in die Zukunft geführt werden kann.
Es entstand der Katalog “SOLLTEN SIE DER ARCHITEKTUR BEGEGNEN, LASSEN SIE SIE GRÜSSEN… – Learning From Lackner“, der nun als Publikation im April 2026 von Kathrin Aste und Teresa Stillebacher herausgegeben wird.
Auszug aus dem Vorwort des Katalogs von Kathrin Aste:
In seinem Aufsatz Wann kommt die Architektur nach Tirol zurück? aus dem Jahr 1981 appellierte Lackner an das Land Tirol, die vorhandenen Kräfte zu erkennen und auch unbequem Erscheinendes zu ermöglichen.
Er verwies darauf, dass die öffentlichen und privaten Beispiele guten Bauens didaktisch notwendig seien und dass uns die Auseinandersetzung damit – auch wegen neuer Aspekte wie dem bewussten Umgang mit Energie – nicht erspart bleibe. „Machen wir doch unsere Probleme zum geistreichen Vergnügen“, forderte er, „zum Ausdruck unserer Lebensfreude.“
Wir sind diesem Aufruf Lackners gefolgt und haben uns im Rahmen eines Seminars gemeinsam mit dreißig Studierenden intensiv mit seinem Werk beschäftigt. Wir wollten letztendlich selbst in der Lage sein, im Rahmen von Entwurfsstudios interessante Vorschläge für Erweiterungen oder Umnutzungen seiner Bauwerke zu entwickeln. Dabei untersuchten wir vorwiegend gebaute Projekte, weil ja nur diese durch Abriss oder gedankenlosen Umbau bedroht sind.
Im Kontext der Architektur bezeichnet der Begriff Tektonik die Fügung einzelner Elemente zu einem stimmigen Ganzen.
Der Entwurfsprozess orientiert sich dabei daran, was im Architekturdiskurs als Part-to-Whole-Relationship bezeichnet wird. Dabei gibt es ein gewisses Bekenntnis zu einer Form der Kompositionalität, die sich bei Lackners Entwürfen in herausragender Weise offenbart. Um die Qualität dieser Bauwerke vollends zu erfassen, kehrten wir diesen Ansatz um und zerlegten – Whole to Part – seine Kompositionen in ihre Einzelaspekte.
Da Josef Lackners Werk bislang nur wenig publiziert wurde und das Buch Josef Lackner, herausgegeben vom Architekturforum Tirol 2003 und erschienen im Verlag Anton Pustet, mittlerweile vergriffen ist, sahen wir uns veranlasst, einen Katalog zu erstellen:
Learning from Lackner Symposium / Buchpräsentation / Projektvorstellungen
Institut für Translationswissenschaften am 08.April 2025
Begrüßung: Anton Süss (Institut Österreichischer Orden)
Einführung in das Symposium: Verena Rauch + Walter Prenner (./studio3 – Institut für experimentelle Architektur)
Buchpräsentation “SOLLTEN SIE DER ARCHITEKTUR BEGEGNEN, LASSEN SIE SIE GRÜSSEN… – Learning From Lackner“: Kathrin Aste + Teresa Stillebacher (./studio3 – Institut für experimentelle Architektur)
Kurzvortrag: Monika Abendstein (bilding – Kunst- und Architekturschule) und Arno Ritter (aut. architektur und tirol)
Kurzvortrag: Volker Giencke (Architekt, Graz)
Projektvorstellung: Denkmalschutz digital neu denken – Larissa Schneiderbauer + Werner Gächter (Arbeitsbereich Baumanagement, Baubetrieb und Tunnelbau (iBT))
Projektvorstellung: Hey Jo! – Studierendenarbeiten zum Ursulinenareal Innsbruck – Verena Rauch + Walter Prenner (./studio3 -Institut für experimentelle Architektur)
Im Anschluss Ausstellungseröffnung mit Umtrunk und Buffet
Buchpräsentation, Ausstellung Studierendenarbeiten “Hey Jo!”, Lackner und künstliche Intelligenz, VR Station “Lackner digital erleben”
Im Sommersemester 2024 konzipierten wir eine Ausstellungsinstallation in der Ursulinenschule, die für die Architekturtage 2024 umgesetzt wurde. Die Ausstellung war in ein Rahmenprogramm eingebettet, das die Diskussion über die Zukunft des Ursulinen-Areals im Speziellen sowie über das Planen und Bauen für eine Gesellschaft im Umbruch im Allgemeinen anregen sollte. Darüber hinaus wurden Arbeiten mehrerer Entwurfsstudios des ./studio3 präsentiert, die sich mit möglichen Neu-, Weiter- und Umnutzungen des Ursulinen-Areals beschäftigen.
Am nordöstlichen Eck der Schule im Außenbereich befand sich Josie, ein kleines Raumexperiment, das spielerisch Momente von Lackners Architekturen interpretierte.
Anna Pompermaier & Cenk Güzelis & Kathrin Aste
Supervisors: Kathrin Aste, Teresa Stillebacher, Verena Rauch, Walter Prenner, Birgit Androschin, Anna Pompermaier, Cenk Güzelis, Helvijs Savickis, Lino Lanzmaier, Christoph Schwarz, Thomas Obererlacher, Laura Neubauer, Aline Kranbacher
Foto Credits: Christoph Schwarz, Moritz Orgler, Christian Lackner, Fabian Weirather, Michael Schwieger

