Supervisors: Ursula Pfligersdorffer, Walter Prenner, Verena Rauch
Die Gesellschaft ist im Wandel, wir befinden uns mitten in der Architekturwende.
“ Die Architekturwende setzt an der Bauwende an, erweitert jedoch deren ökologischen Fokus um künstlerische, soziale und kulturelle Dimensionen. Architekt:innen stehen beim Entwerfen einer Zukunft, die sich mit der Umwelt- und Klimakrise auseinandersetzen muss, in vorderster Reihe. Dies erfordert eine radikale Neubewertung bestehender Design- und Baupraktiken und die Entwicklung alternativer Strategien, die ästhetische Qualität, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Relevanz miteinander verbinden. Die Bauwende wird zur Architekturwende.” (Kathrin Aste)
Wir beschäftigen uns mit dem Weiterbauen am Bestand: mit kleinen Architekturen, die sich anlagern, andocken, anschmiegen, überlagern oder auch kontrastieren.
Was bedeutet es, etwas hinzuzufügen, ohne dass das Ganze zerfällt?
Eine Addition kann kaum sichtbar sein – etwas wird abgetragen, etwas wird angesetzt, und doch bleibt das Ganze eins: 1–1+1=1.
Oder eine Addition kann das Bestehende erweitern, vergrößern, verschieben – und plötzlich ist es mehr als zuvor: 1+1/5=1.5.
Die Addition ist ein präzises Werkzeug, um zu fragen:
.- Wie schaffen wir Übergänge zwischen Alt und Neu?
.- Wann fügt man sich ein, wann hebt man sich ab?
.- Wie kann eine kleine Architektur den Bestand erweitern und ergänzen?
.- Und wann entsteht durch Addition eine kritische Spannung, eine Konfrontation, ein Widerspruch?
Bauen im Bestand bedeutet heute, mit einer Welt umzugehen, die nicht mehr aus unberührten Flächen besteht, sondern aus Schichten, Spuren, Resten und Geschichten.
Eine Addition ist nie neutral. Sie verändert, verschiebt und intensiviert. Sie öffnet Spannungen, schreibt Geschichten weiter, fügt Atmosphären hinzu oder setzt sie neu in Szene.
Wir wollen in diesem Entwerfen herausfinden, wie kleine Interventionen wirken können: Wie kann Architektur im Kontext des Bestands nicht nur Räume, sondern auch Bedeutungen und Atmosphären transformieren? Wie können Additionen exemplarisch für die Herausforderungen stehen, die die nächste Generation von Architekt:innen erwartet – Ressourcen zu schonen, gesellschaftliche Bedürfnisse zu verhandeln und zugleich gestalterische Qualität und kulturelle Tiefe zu entwickeln?
Wir beziehen uns auf Maßnahmen und Strategien wie Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle und Recover. Das Ziel ist nicht die Addition um ihrer selbst willen, sondern die Reflexion einer Haltung: Architektur als ein Weiterdenken und Weiterbauen, das den Bestand nicht auslöscht, sondern transformiert und weiterentwickelt.
Kleine Raum- und Funktionsprogramme:
Microwohnung – minimale Wohnform | Refugium – ein Ort für Rückzug, Lesen, Schlafen, Nachdenken | Archiv – ein Raum für Sammlung, Erinnerung, Speichern | Mikroatelier – Büro/Atelier oder Studio | Mikrocafé – Treffpunkt, sozialer Ort, minimaler öffentlicher Raum | Schwelle – Foyer, Treppe, Durchgang, Übergang zwischen innen/außen | Werkstatt – Raum für Handwerk, Musik oder kleine Produktion.
Diese Programme sind klein in der Fläche, jedoch groß in der Bedeutung: Sie stellen Fragen nach Öffentlichkeit, Materialität, Tektonik und Intimität – und wie das Neue das Alte transformiert.
Students: Böttrich Nina, Buschmann Florian, Durkacz Jan, Dürr Florian, Hager Valerie, Holme-Pedersen Lea, Jashanica Leona, Kayser Marius, Kirsch Robert, Krätzer Leonardo, Luig Marie, Ogursky Philippa, Penner Pia, Resch Julia, Strohmeyer Malik, Synková Adéla, Weber Linus, Welsch Quirin, Butz Romy, Heimsch Hugo
Bandel Gregor, Behringer Jonas, Borsdorf Ida, Christ Marietta, Dold Adrian, Groscurth Anna, Guth Yakup, Hildebrand Lara, Holler Silja, Jelic Irena, Jörg Antonia, Kästle Fanny, Kremsreiter Lorenz, Niederkofler Selina, Stricker Pia, Todoric Luka, Weißbacher Selina, Widmann Lennart

