Der Elefant im Raum

Im Bachelor-Entwerfen widmen wir uns über zwei Semester hinweg der Frage, wie
Architektur Konfliktfelder des Zusammenlebens sichtbar machen und transformieren kann.
Unter dem Arbeitstitel „Der Elefant im Raum” untersuchen wir Orte, Situationen und
Strukturen des gemeinsamen Lebens und projizieren sie auf Momente der Reibung und
des Missverstehens.


Ziel ist es, die Diskussion über ein radikales Miteinander in Gang zu setzen und
Architekturen zu entwickeln, die integrativ, divers und adaptierbar sind.
Wir gehen davon aus, dass Architektur über Kompromisse und räumliche Angebote die
Möglichkeit besitzt, das gemeinschaftliche Zusammenleben neu zu verhandeln.
Das Entwerfen wird dabei nicht nur als gestalterische Praxis verstanden, sondern als
Werkzeug, um soziale Spannungen produktiv zu machen und Orte der Teilhabe zu
schaffen.


Im ersten Semester entwickeln wir Entwürfe auf dem Grundstück des Innsbrucker
Flüchtlingsheimes in der Trientlgasse. Durch Analyse, Beobachtung und experimentelle
Eingriffe entstehen Szenarien, in denen Architektur das gemeinsame Leben vermittelt
und Formen des Miteinanders erprobt.


Im zweiten Semester folgt die Übertragung in die Praxis: Wir entwerfen, planen und
realisieren eine Landschaftsskulptur bzw. Freiraumgestaltung, die die Freiflächen
des Flüchtlingsheims dauerhaft bespielen und bereichern soll.
Der Elefant im Raum steht für das Offensichtliche, das dennoch verdrängt wird – jene
Konflikte, Spannungen oder Differenzen, die unausweichlich sind, aber selten offen
verhandelt werden.


In unserer Auseinandersetzung verstehen wir diesen Elefanten als Einladung, genau
hinzusehen, Reibungen sichtbar zu machen und sie durch Architektur zu transformieren.
Wir wollen Räume schaffen, in denen das Ungesagte seinen Platz bekommt.

02.10.20205 – 28.01.20206

donnerstags von 9.00 bis 17.00 Uhr

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