IN[side] JACKSON HEIGHTS

POSTDIGITALE KREOLISIERUNG ALS ARCHITEKTONISCHER PROZESS

Fabian Dilitz

2025
Supervisors: Kathrin Aste, Walter Prenner
 
 
 
 

In „Jackson Heights“, einer multikulturellen Nachbarschaft von Queens – New York City, treffen verschiedenste kulturelle Strömungen aufeinander. Diese Arbeit ent­wickelt einen architektonischen Entwurf für ein Gebäude, das diesen komplexen kulturellen Austausch räumlich reflektiert. Ausgangspunkt ist das Konzept der postdigitalen Kreolisierung, das auf Édouard Glissants Theorie der „Poetik der Re­lation“ zurückgreift. Glissant beschreibt Kreolisierung als einen offenen, dynami­schen Prozess der kulturellen Vermischung, der weder eine Vereinheitlichung noch eine Homogenisierung anstrebt, sondern vielmehr die wechselseitigen Beziehungen zwischen Kulturen hervorhebt.

In diesem Kontext wird Künstliche Intelligenz als gestalterisches und prozesshaf­tes Werkzeug eingesetzt. Midjourney, ein KI-gestütztes Bildgenerierungstool, wird genutzt, um visuelle Übersetzungen von kultureller Hybridität zu erzeugen. Die KI agiert nicht nur als technisches Hilfsmittel, sondern als aktiver Teil des Prozes­ses, in dem kulturelle Vielfalt räumlich erfahrbar gemacht wird. So entstehen über mehrere Iterationen hinweg Bilder, die die Vielfalt und Mehrdeutigkeit des Ortes abbilden.

Das resultierende architektonische Konzept ist nicht als fertige Lösung, sondern als offener Entwurfsprozess zu verstehen, der eine Architektur repräsentiert, die kulturelle Komplexität nicht vereinfacht, sondern sichtbar und erfahrbar macht. Durch iterative Bildexperimente und resultierende Ableitungen entsteht ein archi­tektonisches Konzept, das sich zwischen Repräsentation und Prozess verortet. Die Arbeit reflektiert dabei kritisch die Rolle von KI im architektonischen Entwurf und lotet ihr Potenzial aus, kulturelle Komplexität nicht nur abzubilden, sondern pro­duktiv weiterzudenken.

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