Gruppe 2 Gerald Nestler

Liebe Studierende,

ich wollte Ihnen kurz schreiben und mich für die zahlreichen Anmeldungen bedanken.
Ich freue mich darauf, Sie alle kennenzulernen und mit Ihnen zu arbeiten - hoffentlich persönlich, aber das wird die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit dem Coronavirus zeigen.

Ich schicke nähere Infos zur Lehrveranstaltung sobald wir wissen, wie es genau weitergeht.

Bis dahin herzliche Grüße,
Gerald Nestler

 

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Die Termine werden per Mail bekannt gegeben.

 

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Kunst und Ästhetik im Feld der Konsequenzen 

Postdisziplinäre Kunstpraxen im Spannungsfeld technologischer, politischer, ökonomischer und ökologischer Veränderungen.

Technologische Entwicklungen – wie digitale Plattformen, Algorithmen, Automation, künstliche Intelligenz und Biotechnologie – verändern gesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge. Sie führen neue räumliche und zeitliche Dimensionen ein und kolonisieren diese. Während der Begriff des Posthumanismus eine Erweiterung des philosophischen Diskurses anzeigt, in dem der Mensch nicht mehr allein im Zentrum steht, marginalisiert der Technokapitalismus den Menschen zu einer Ressource unter anderen. Dabei werden Souveränitätsansprüche jenseits des klassischen politischen Rahmens positioniert. Während damit Handlungsmacht zunehmend auf technologische Objekte und Verfahren – und ihre Eigentümer – übergeht, entstehen allerorts neue autoritäre Strömungen.

Die Übung stellt die Frage, wie die Kunst auf diese Herausforderungen reagiert. Dafür versammelt sie ausgewählte Beispiele künstlerisch-aktivistischer Praxis, die über die Konventionen der zeitgenössischen Kunst hinausgehen. Wir diskutieren, wie spartenübergreifendes Arbeiten, das Kunst, Architektur, Theorie, Wissenschaft und andere Expertenfelder vereint, neue Zugänge öffnen kann.

Wir betrachten Ästhetik im Feld der Konsequenzen als eine Methode, die einerseits affirmativ vorgeht, indem sie sich realen Ereignissen und Entwicklungen stellt, und anderseits radikal ist, weil sie darin interventionistisch agiert. Abseits der Prinzipien der contemporary art – wie etwa dem offenen, quasi-partizipativen Kunstwerk (Eco) oder der relationalen Kunst (Bourriaud) – wendet sich diese Ästhetik an jeweils spezifische soziale, politische oder ökologische Problemstellungen.

Wie entsteht eine postdisziplinäre Praxis, in der Kunst als „Nichtdisziplin“ mit anderen Wissens- und Erfahrungsfeldern taktische Allianzen eingeht? Und welche neuen künstlerische Narrative und Handlungsformate erschließt sie, um Veränderungspotentiale aufzudecken?

Auf Basis einer gemeinsamen Diskussion dieser Fragen bietet die Übung den Studierenden Gelegenheit, eine eigenständige Arbeit mit spartenübergreifenden Mitteln zu entwickeln.

 

 

 

Semester:

SS 2020