Gruppe 0 Thomas Feuerstein

 

Liebe Studierende,

unsere Lehrveranstaltung kann leider nur virtuell und telematisch stattfinden.

Eine Liste mit Literatur und Videos, ein Ordner mit Bild- und Textmaterialien sowie ein kurzes „Manual“ zum weiteren Ablauf wird allen Teinehmer*innen bis 20. März per Mail zugesendet.

Bleibt gesund und zeigt im Sinne des unten stehenden Bildes dem Virus die Faust,

Thomas Feuerstein

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Bedingte Welten

Horror in Kunst und Architektur

Wirklichkeit erfahren wir als bedingte Welt, in der Gegenstände uns reglementieren, beobachten und bedingen. Hausten in archaischen Fetischen Geister und Dämonen, sprechen aus Alltagsgegenständen heute Inskriptionen und Programme, die unsere Wahrnehmung und unser Verhalten konditionieren.

Parallel zum Internet der Dinge formierten kulturelle Objekte immer schon ein Netzwerk aus Funktionen und Bedeutungen, das von Architektur im Sinne von einzelnen Gebäuden bis globalen Systemen strukturiert wird. Im Netzwerk der Dinge, das von Autos über Möbel bis Haushaltsgeräten reicht, nehmen Kunstwerke eine Sonderstellung ein, indem sie Knoten im Netz ästhetisch und funktional knüpfen oder lösen, stabilisieren oder stören.

Schauder (phobos) und Jammer (eleos) waren in der Poetik des Aristoteles zentrales Moment ästhetischer Erfahrung. Im Posthumanismus schaudern wir vor selbstgeschaffenen Objekten und bejammern unsere Antiquiertheit. Das Eigenleben der Objekte erzeugt das Unheimliche und führt uns ins uncanny valley (Masahiro Mori).

Die Lehrveranstaltung zielt auf die Dekonstruktion und Produktion horribler Objekte und Räume und fokussiert die Konzeption künstlerischer Werke, die im Kontext von „Xenomorphismus“ und „Hauntismus“ sowohl verstören als auch befreien. Aufbauend auf die Akteur-Netzwerk-Theorie untersucht die Lehrveranstaltung Kunst und Architektur als modernen Fetisch.

 

Semester:

SS 2020

Termin[e]:

20.03.2020, 10.30h
abgesagt, Aufgabenstellung erfolgt per Mail